Richard Schuberth, Schriftsteller

Der Schriftsteller Richard Schuberth hat eine ganz besondere Botschaft an alle Wiener und Wienerinnen in Gedichtform gegossen:

Wien

Erst wenn der öffentliche Raum allen gehört, gehöre ich dir.

Erst wenn Schnitzel nicht Kebab und Kebab nicht Schnitzel stört, gehöre ich dir.

Erst wenn die Mader alle Bremskabeln zernagt und alle Autos aus der Innenstadt verjagt, gehöre ich dir.

Erst wenn alle Hausbesitzer uns das Geschirr abwaschen und nicht schmarotzen, von den Peanuts in unseren Taschen, gehöre ich dir.

Erst wenn die Bullen keine Afrikaner mehr schikanieren und Burg- und Volkstheater meine Stücke inszenieren, gehöre ich dir.

Erst wenn der erste Bezirk frei ist von Leopardenfleckblusen.

Erst wenn im Hawelka Imame, mit Yugo-Installateuren schmusen, gehöre ich dir.

Erst wenn die Kultur sich verpisst und die Kunst endlich einzieht und der Wind der Freiheit, den ich meine, uns unters Röckchen weht, gehöre ich dir, und du gehörst mir und dann erst du alte Schlampe, geh ich mit dir, auf ein Bier.

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